Arnold Glas Oldtimerfabrik Neu-Ulm

Kanonen zu Kotflügeln

Spezialgläser machen „Piazza“ zur Flaniermeile

Wenn 20 Autonarren sich zusammentun, dann entsteht ab und an ein regelrechter „Abenteuerspielplatz für Erwachsene“. So geschehen im Sommer 2010, als in Neu-Ulm die „Oldtimerfabrik Classic“ eröffnete. Der Gebäudekomplex vereint nicht nur automobile, sondern auch architektonische Kunst verschiedener Epochen. Eine denkmalgeschützte, ehemalige Kanonenfabrik und ein futuristischer, elliptischer Neubau dienen als Ausstellungs- und Werkstattfläche. Die räumliche Verbindung schafft die gläserne Piazza mit speziell beschichteten und bedruckten Sonnenschutzgläsern aus der Arnold Glas Unternehmensgruppe.

Das Gebäudetrio aus einem neu geschaffenen, elliptischen Rundbau, einer Kanonenfabrik und der gläsernen Piazza enthält auf rund 5.000 Quadratmetern neben herausragenden Automobilen wie dem BMW M1 in klassischer, weißer Lackierung, dem extrem seltenen Ferrari 512 D3 oder dem aus der James Bond-Filmreihe bekannten Lotus Esprit auch Werkstätten sowie Veranstaltungsräume und fungiert als Plattform für Handel und Vermietung rund um das Kulturgut Automobil. In einer Shop-in-Shop-Anlage auf etwa 530 Quadratmetern finden sich Geschäftsflächen für Fahrzeugverkauf und Fahrzeugvermietung. Die rund 20 Gründungsinvestoren haben mehr als die Hälfte der Investitionssumme von fünf Millionen Euro aufgebracht.

Das Auto im Mittelpunkt – Das Glas im Zentrum

Um die Old- und Youngtimer in ihrer ganzen Schönheit und farblichen Brillanz zu zeigen, ist das Glas der Piazza entscheidend. Es soll möglichst farbecht sein, das Ferrari-Rot genauso brillant erscheinen lassen wie ein zartes Citroen-Gelb oder das knallige Orange eines Rallye-Porsches.

Für die Auswahl der passenden Gläser hat das Architektenbüro Braunger Wörtz Architekten mit einer Architektenberaterin aus dem Hause Arnold zusammengearbeitet. Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten der Sonnenschutzgläser SOLARLUX der Arnold Glas Unternehmensgruppe. Insgesamt 186 Fassadenelemente mit einer Gesamtfläche von 480 Quadratmetern umfasste der Auftrag. Während die in der Vertikalfassade angebrachten Scheiben auf möglichst hohe Transparenz ausgelegt sind, soll die Deckenverglasung den Sonneneinfall reduzieren, um die Piazza in den Sommermonaten angenehm kühl zu halten. Das verwendete Sonnenschutzglas Solarlux wird deshalb in zwei Varianten (ocean und scandic) eingesetzt.

Auf dem Dach kam Solarlux ocean mit einer vollflächig im Punktraster bedruckten Außenscheibe, VSG aus 2 x TVG als Innenscheibe und dem Edelgas Argon im Scheibenzwischenraum zur Ausführung. Die Glasfassade wurde von der Abteilung Stahlbau der Matthäus Schmid Bauunternehmung ausgeführt.

Außergewöhnliche Fassade für maximale Durchsicht

Die Besonderheit der Piazza-Gebäudehülle ist Ihre Ausführung als Structural-Glazing-Fassade (SG). In den Randverbund des Isolierglases werden sogenannte U-Profile eingebracht, in welche die spätere Fassadenkonstruktion eingreift. Daraus entsteht eine SG-Fassade ohne die konventionelle Pfosten-Riegel-Verglasung. Die einzelnen Scheibenelemente werden – nur durch versiegelte Stoßfugen getrennt – direkt nebeneinander angebracht. Structural-Glazing-Fassaden sind äußerst schlank in der Optik und wirken leichter als herkömmliche Fassaden. Sie ermöglichen großflächigen Glaseinsatz, der für ein homogenes, geschlossenes Fassadenbild sorgt. Besonders in der exklusiven Architektur sind sie immer häufiger zu finden, werden als stilvolles Hotel, Verwaltungsgebäude oder Behördensitz geschätzt.

Die gläserne Lösung hat Lob von Seiten des Denkmalschutzes erhalten – der Förderkreis Bundesfestung Ulm beispielsweise hat die gelungene Verbindung des alten und neuen Gebäudes als „optimal“ bezeichnet: „Der gläserne Verbindungsbau schränkt die historische Fassade so wenig als nötig ein und ermöglicht neue Ein- und Ausblicke“.

Alfa, Porsche, Jaguar und der beste Italiener der Stadt

Doch neben legendären Modellen von Alfa und Jaguar bis zu Porsche und Daimler hat sich die Oldtimerfabrik schon nach kurzer Zeit als begehrte Eventlocation einen Namen gemacht. „Inzwischen findet sich in der Oldtimerfabrik das wahrscheinlich beste italienische Restaurant Neu-Ulms“, freut sich Architektin Bettina Pröbstle. Auch eine Eventgastronomie-Küche, die von der Firma WMF genutzt wird, und ein Bistrobereich zeigen die kulinarische Kompetenz der Oldtimerfabrik.

Auch für private Feiern, offizielle Events, Messen, Auktionen oder Stehempfänge mit bis zu 400 Personen ist das Areal buchbar. Insbesondere die lichtdurchflutete Piazza im Zentrum des Gebäudekomplexes eignet sich als stilechtes Ambiente.